Eselwissen

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Hier möchte ich Fragen beantworten, die mir immer mal wieder gestellt werden. Wenn ihr etwas ergänzen möchtet oder anderer Meinung seid, schreibt mir einfach eine E-Mail.

 

Sind Esel so wie Pferde, nur anders?

Oft hört man unter Eselfreunden den Spruch: "Ein Esel ist kein Pferd mit langen Ohren." Das stimmt, denn obwohl Esel und Pferde beide zu der Familie der »Pferdeartigen« (Equiden) gehören, unterscheiden sie sich doch in ganz wesentlichen Punkten. Um den individuellen Bedürfnissen eines Esels gerecht zu werden, muss man sich zunächst mit dessen spezifischer Anatomie und Physiologie, der Herkunft und des Verhaltens vertraut machen. Dieses Wissen kann man sich anlesen oder aber Eselkurse besuchen, die regelmäßig von verschiedenen Vereinen angeboten werden.

Warum haben Esel so lange Ohren?

Die charakteristisch langen Ohren des Esels sehen nicht nur schön aus, sie haben als Sinnesorgane auch viele Aufgaben zu erfüllen. So dienen sie in freier Wildbahn als Frühwarnsystem, um den Esel über viele Kilometer hinweg vor lauernden  Gefahren zu warnen. Es gibt sogar Berichte, nach denen ein Esel in flacher Wüste fast 70 Kilometer weit hören soll.

Esel nutzen ihre Ohren auch zur nicht-verbalen Kommunikation mit Artgenossen und Artfremden. So kann ein aufmerksamer Eselbesitzer alleine schon an der Stellung der Ohren erkennen, wie es seinem Langohr gerade geht - ob es zum Beispiel zu Späßen aufgelegt ist oder lieber in Ruhe gelassen werden möchte. Allerdings sind Esel in ihrem Ausdruck so individuell wie Menschen auch. So können zum Beispiel herabhängende Ohren bei dem einen Esel ein Zeichen von Entspannung sein, bei einem anderen aber auf Depressionen oder körperliche Schmerzen hindeuten. Darum ist es auch so wichtig, seine Esel genau zu kennen, um Verhaltensänderungen und Unwohlsein schnell zu erkennen. 

Im heißen Sommer kommt den langen Ohren noch eine andere, wichtige Aufgabe zu. Sie sind so etwas wie eine körpereigenen Klimaanlage und helfen dem Esel, seine Körpertemperatur zu regulieren. 

Ebenso wie die Tasthaare dürfen auch die Haare in den Ohren nicht gekürzt oder entfernt werden. Sie sind ein wichtiges Schutzschild gegen eindringende Insekten, Wasser und Schmutz.

Kann man Esel reiten?  

 

Ein gesunder Hausesel mit gut ausgebildeter Muskulatur, geradem Rücken, intakten Gelenken und Hufen kann unbeschadet etwa 20 Prozent seines idealen Eigengewichtes auf dem Rücken tragen. Für einen Esel mit einem Stockmaß von 115 cm wären 30-40 kg (Reiter inklusive Sattel) zumutbar. Während ein Pferd bereits mit 3 Jahren eingeritten wird, sollen Esel erst mit 4 Jahren belastet werden, da die Entwicklung von Skelett und Muskulatur länger dauern.

In vielen Ländern müssen Esel oft das Doppelte ihres eigenen Körpergewichts schleppen und Lasten bis zu 1.000 kg ziehen. Diese armen Esel werden nicht alt. Die Überlastung und Vernachlässigung führen u.a. zu schmerzhafter Arthrose, zu Erschöpfungsbrüchen und schließlich zum totalen Zusammenbruch und Tod des Esels.

Leider lassen sich dazu im Urlaub auch noch viele unaufgeklärte Touristen von Mulis und Eseln durch die heiße Sonne schleppen. Ein besonders tragisches Beispiel ist Santorini, das wegen seiner "Eseltaxis" immer wieder in die Kritik von Tierschützern gerät. Jeder Mensch, dem die Tiere am Herzen liegen, sollte im Urlaub gänzlich auf das Reiten von Tieren verzichten, das gilt für Esel, Mulis und Pferde aber auch für Kamele und Elefanten, die als Jungtiere mit brachialer Gewalt gefügig gemacht werden, um später als Reittier zu dienen.

Sind Esel wirklich so stur?

Esel haben ihre eigene Sprache, die von den Menschen schon immer missverstanden wurde. Ein Esel, der stehenbleibt und nicht weiterlaufen möchte, folgt damit nur seinem angeborenen Urinstinkt: Stehenbleiben, wenn eine Situation als bedrohlich erscheint. Auch hier zeigt sich wieder der Unterschied zum Pferd. Ein Pferd ist ein Fluchttier aus der Steppe mit ausgeprägtem Fluchtverhalten. Bei drohender Gefahr nimmt es schleunigst reißaus und galoppiert vorsichtshalber erst einmal davon. Esel aber kommen ursprünglich aus gebirgigen Steinwüsten, in denen jeder unüberlegte Schritt zum Absturz und damit zum Tod führen könnte. Esel sind daher sehr besonnen und denken gerne lange nach, ein kopfloses Davongaloppieren kommt für sie nicht in Frage. Wenn ein Esel also stehenbleibt und nicht mehr zum Weiterlaufen zu bewegen ist, dann findet er irgendetwas unheimlich in seiner Umgebung. Er braucht dann ausreichend Bedenkzeit, um die Lage genauestens zu analysieren. Ist die Luft rein, wird der Esel auch wieder weiterlaufen. Manchmal bleiben Esel auch stehen, wenn sie dem Menschen am anderen Ende des Führstricks noch nich so ganz vertrauen, weil er ihnen fremd ist. Dann muss man einfach Geduld haben und das Vertrauen nach und nach aufbauen. Die intelligenten Langohren werden also vollkommen zu Unrecht als störrisch und stur bezeichnet.  

Woher stammt der Esel?

Der afrikanische Wildesel, Vorfahre unserer Hausesel, lebte ursprügnlich in den kargen Steinwüsten Nordafrikas und war ideal an diese Umgebung angepasst. Auch unsere heutigen Hausesel tragen noch immer diese Veranlagung in sich, weshalb